Austausch Heidenau

Jedes Jahr bietet die Kanti Wettingen einigen Schüler*innen an, für eine ganze Woche nach Heidenau in einen Schüleraustausch zu gehen. Heidenau ist eine kleine Stadt, nur wenige Minuten von Dresden entfernt. Im Juni besuchen uns dann Schüler*innen aus der Heidenauer Schule in der Schweiz.

Am Freitag trafen wir uns mit der ganzen Schweizer-Gruppe in Baden, von wo wir einen direkten City Night Line nach Dresden nahmen. Wir hatten eine tolle Zeit im Zug und spielten viel Uno.. Als wir am Samstag ankamen, gingen alle direkt zu ihren Familien. Später besuchten wir dann mit ein paar anderen Schüler*innen die Stadt Dresden und genossen ein gemütliches Beisammensein an der Elbe.

Da viele noch nie in Berlin waren, entschieden wir am Sonntag dorthin zu fahren. Eine tolle Gelegenheit, die man nicht alle Tage hat! In der Früh nahmen wir einen Coach-Bus nach Berlin und nach nur zweieinhalb Stunden waren wir bereits mitten im Stadtzentrum. Ich machte mir eine kleine Liste von allem, was ich sehen wollte: das Brandenburger Tor, den Reichstag, Potsdamer Platz, und zu guter Letzt noch einen coolen Flohmarkt am Mauerpark. Leider mussten wir dann schon wieder nach Hause fahren.

Am Montag gingen wir mit unseren Gastgeschwistern in die Schule. Ich hatte meine erste Russisch Lektion. Leider integrierte die Lehrerin uns nicht in ihren Unterricht und sie zog ihr Programm auf Russisch durch ohne uns überhaupt zu beachten. Schade! Später an diesem Tag besuchten wir "Sonnenstein". Es ist ein schrecklicher Ort aus der Kriegszeit. Hier wurden behinderte Menschen von den Nationalsozialisten ermordet. Man betrachtete sie als ‚Ballastexistenzen‘ und ‚unwertes Leben‘. Nach diesem Besuch waren alle sehr traurig und es dauerte einige Zeit, bis wir in der Stadt etwas zu Mittag essen konnten. Am Nachmittag spielten wir alle zusammen Bowling, was an sich nichts Besonderes ist, aber doch immer eine Menge Spass macht. Für den Abend hatten unsere Lehrerinnen Tickets für eine Ballettaufführung in der Gottfried Semper-Oper. Niemand wusste, was die Handlung der Performance war, aber es war einfach genial! Die Aufführung hiess “COW”. Wirklich empfehlenswert!

Am Dienstag, nach einer Deutschlektion, gingen wir in den "Panometer" in Dresden – ein ehemaliger Gasometer, in dem ein gigantisches 360° Bild des Künstlers Yadegar Asisi gezeigt wird, welches die Zerstörung Dresdens durch britische Bomben veranschaulicht. Man kann sich kaum vorstellen, welches Ausmass an Zerstörung damals, zum Ende des zweiten Weltkrieges, durch diese Bomben verursacht wurde. Später hatten wir noch eine Führung durch die Stadt, welche teilweise ein wenig langatmig war, doch kamen wir an vielen Orten vorbei und die Führerin gab uns geschichtliches Hintergrundwissen zu den einzelnen Gebäuden und Plätzen. Mit bis zu 25°C war es ein wirklich warmer Apriltag! Also haben wir unsere Jacken ausgezogen und kauften uns ein Eis während wir durch die Altstadt bummelten.

Am Mittwoch, nach einer ziemlich interessanten Geschichtslektion, gingen wir ins "Hygienemuseum". Es ist eine Kunst-/ Ausstellungsgalerie mit ständig wechselnden Themen. Aktuell ist eine Ausstellung über die Schadstoffe in unserer Kleidung und wie diese Chemikalien auf Mensch und Umwelt wirken. Es gab aber auch noch eine interessante Fotoausstellung. Abends assen wir mit ein paar Kolleg*innen im Restaurant „Alex“, einem Insider-Tipp für alle Dresden-Besucher: Gutes Essen, schönes Lokal und nicht einmal so teuer!

Am Donnerstagmorgen stand Wandern auf dem Programm. Wir gingen alle zusammen in die "Berge" der sogenannten ‚Sächsischen Schweiz‘. Es war jedoch eher eine Art Spaziergang. Wir hatten eine tolle Aussicht über die Landschaft und bei dem Wetter war es genau das Richtige. Eine der Deutschen Schülerinnen kannte eine Pizzeria in der Stadt und reservierte daher für uns Austauschschüler für den Abend einen Tisch. Es war wirklich nett, und wir hatten eine tolle Zeit miteinander und Gelegenheit viel zu sprechen. Unfassbar dass wir schon morgen wieder in die Schweiz fahren mussten!

Bereits um acht Uhr fuhr unser Zug. Auf der Heimfahrt hörten wir Musik, schauten einen Film und redeten miteinander. Es war eine tolle Woche, die ich jedem weiterempfehlen kann, der eine neue Kultur entdecken möchte! Dresden ist eine sehr schöne Stadt und es gibt in ihrer Umgebung viele Dinge zu entdecken.

 

 
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