"Hic porta coeli est!" - Hier ist die Pforte zum Himmel!

Das glückliche Wiedersehen – man kannte sich vom Austausch aus dem Jahr 2015 – wurde mit viel Freude beiderseits erwartet. Videoleuchten, Kameras und ein Dolly verwandelten die Winterabtei zu einem Filmset. Vor des Rektors Türe wandelten grosse Persönlichkeiten aus der Reformationszeit in prächtigen Renaissancekleidern umher. Das Reformationsjubiläum gab Anlass zum gemeinsamen Filmdreh über die Aufhebung des Zisterzienser Klosters Pforta. Inzwischen ist Pforta ein Internats-Gymnasium.

Vierzig Tage nach dem Besuch der Portenser, folgten neun Wettinger SchülerInnen und die Lehrpersonen Hansjörg Frank und Christine Stuber der Einladung nach Schulpforte. Die 500-jährige Tradition der Internatsschule beeindruckte alle. Unter der Leitung von Pfarrerin und Religionslehrerin Regine Huppenbauer-Krause und engagierten Schüler*innen machte sich das inzwischen eingespielte Team wieder an die Filmarbeit. Unterstützung erhielt die Crew vom Berliner Kameramann Conrad Mildner, der mit seiner Erfahrung und Kreativität die Gruppe perfekt ergänzte.

Der Film erzählt die Geschichte der Aufhebung des Zisterzienser Klosters Pforta zur Zeit der Reformation und der Schulgründung durch Herzog Heinrich den Frommen. Er thematisiert die Ungewissheit der Mönche über ihre Zukunft und endet beim Einzug der ersten Schüler in die Gebäude des aufgehobenen Klosters im Jahr 1540. Der Film verschafft einen vertieften Einblick in die Anfangszeiten der Partnerschule und deutet ihre verheissungsvolle Zukunft an.

Eindrücklich präsentierte sich aber auch die dunkle Vergangenheit der Schule. Während des NS-Regimes war die Landesschule Pforta eine nationalpolitische NAPOLA-Erziehungsanstalt. Diese sollte die Heranbildung des nationalsozialistischen Führernachwuchses in der ganzen Welt sicherstellen. Mit dem nachdenklich stimmenden Spielfilm „NAPOLA“ wurde diese Zeit auch mit den Wettinger Schülern reflektiert und diskutiert.

Das Schulfest krönte nach getaner Arbeit die erlebnisreiche Zeit. Mit einem reichen Angebot an Theateraufführungen, Kammermusik, Chorkonzerten und süffig-würzigem Lokalbräu genossen alle zusammen das wohlverdiente Wochenende.

Der Austausch stand ganz unter dem Motto «Hic porta coeli est!» - Hier ist die Pforte zum Himmel! Abgeschlossen wurde der Austausch mit einem wunderbaren Abschiedsgottesdienst für Frau Regine Huppenbauer-Krause, die nach 26 Jahren Dienst in Pforta in Pension geht.

Das Filmprojekt betreut sie allerdings weiterhin bis zum Abschluss im Jahre 2017, pünktlich zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in diesem Herbst an der Kantonsschule Wettingen.

 

 
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