Der letzte Blick zum Himmel

Der Riesenkran ist verschwunden. Mit dem Einpassen des letzten Dachträgers hat das Schwergewicht seine Arbeit abgeschlossen. Millimetergenau setzte der 600-Tonnen-Kran die 53 Tonnen schweren Betonelemente Stück für Stück ein. Das Wetter passte. Zuoberst auf der Wunschliste des Kranführers stand nicht Sonnenschein, sondern möglichst wenig Wind. Starke Böen können beim Kranen gefährlich werden. Die schweren Teile werden dann unkontrollierbar.  

Auf die Dachträger mit über 33 Meter Spannweite kommen nun Betonplatten, darüber wird eine Erdschicht aufgetragen und dann Fussballrasen angesät. Noch scheint die Sonne direkt in die Halle, doch Reihe für Reihe verschwindet der Himmel. Bald gelangt das Tageslicht nur noch über ein seitliches Fensterband ins Innere. Dieses ist ein architektonisches Meisterwerk. Die Glasfront scheint die gesamte Dachkonstruktion schwebend zu tragen. Erst beim zweiten Blick sieht man zwei dünne Säulen, welche das Dach stützen. Dünne Säulen? Ja, aber die zierlichen Quader sind bärenstark. 1000 Tonnen mag jeder von ihnen stemmen. Bis der Beton stahlhart wird, helfen Hilfsstützen beim Tragen.

Das Einsetzen der letzten Dachplatte markiert den Abschluss des Rohbaus. Gefeiert wird das mit der traditionellen Aufrichte. Alle Beteiligten - Bauleute, Planer und der Kanton als Bauherr – feiern diesen Meilenstein mit einem kleinen Fest. Die Aufrichte ist der Startschuss zum Innenausbau. Die Zwischenwände für Garderoben, Materialräume, Lehrerzimmer und Duschen werden gemauert. Parallel dazu entsteht ein innovatives Energie- und Wärmemanagement. Die Wärme aus dem Duschwasser unterstützt die Heizung und auch aus dem Abwasser wird vor dem Weiterleiten in die Kanalisation noch Restenergie entzogen.

Videos zum Einbau der Betonträger

Luftaufnahme 
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