Klimagarten 2085 an der Kantonsschule Wettingen

Ein Schulprojekt der Fachschaft Biologie in Zusammenarbeit mit dem Plant Science Center (ETH und Universität Zürich, Universität Basel) und der Klostergärtnerei.

Der rapide Rückgang der Gletscher führt uns in der Schweiz den Klimawandel eigentlich bereits seit Jahrzehnten deutlich vor Augen. Im Zuge der Klimastreiks von Schülerinnen und Schülern lässt die Klimaerwärmung nun aber definitiv kein Gymnasium mehr kalt. Neben steigendem Meeresspiegel, sterbenden Korallenriffen, bröckelnden Bergen und intensiveren Unwettern wird sich ein wärmeres Klima auch auf die Landwirtschaft in unserer Region auswirken. Je nachdem, ob unser CO2 Ausstoss in den nächsten 10 Jahren massiv gedrosselt wird oder dem bisherigen Trend folgt, dürften die Sommermonate im Nordosten der Schweiz im Jahr 2085 im Schnitt zwischen 1,5 und 5 Grad Celsius wärmer als heute und auch deutlich trockener werden (MeteoSchweiz, ETH Zürich, http://www.ch2011.ch/ ).

Die Projektidee

Was aber bedeutet diese Veränderung für das Pflanzenwachstum in Land- und Forstwirtschaft? Die Idee an unserer Schule war, dass sich Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse im Rahmen von Projekt- oder Maturaarbeiten experimentell mit dieser Frage auseinandersetzen. Zusammen mit der Gärtnerei des Klosters Wettingen sollten zwei Treibhäuser mit einem Temperaturunterschied von etwa 3 bis 4°C eingerichtet werden, wobei in jedem Treibhaus in jeweils einem trockeneren und einem feuchteren Abteil dieselben Pflanzen angezogen werden. Der Auftrag an die Schülerinnen und Schüler sollte es sein, die Entwicklung dieser Pflanzen mit unterschiedlichen Methoden zu dokumentieren und zu interpretieren. Neben von aussen sichtbaren Merkmalen wie Sprosslänge, Anzahl Triebe, Blütenbildung, Wurzellänge, Blattgrösse oder Biomasse sollten auch physiologische Aspekte wie Transpiration, Effizienz der Fotosynthese (Rotfluoreszenzmessung) oder Chlorophyllgehalt gemessen werden.

Rückblickend schauen wir auf ein gelungenes Projekt zurück. Mit substanzieller Unterstützung der Klostergärtnerei gelang es die Treibhäuser so zu installieren, dass der gewünschte Temperaturunterschied in einem sinnvollen Bereich gehalten werden und die Pflanzen bequem und systematisch bewässert werden konnten. Ohne tatkräftige Unterstützung durch die Gärtnerei wäre dieses Projekt für unsere Fachschaft wohl nicht ohne Weiteres zu stemmen gewesen. Die Auswahl der Pflanzen und der Untersuchungszeitraum von etwa zwei Monaten waren zweckdienlich für spannende Schülerprojekte von sechs Klassen und führten zu interessanten Ergebnissen und nachhaltigen Eindrücken.

Um die Ergebnisse des Klimagartens 2085 einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, wurden am jährlichen Klosterfest die Türen der Gewächshäuser geöffnet und öffentliche Führungen angeboten. Der Besucherandrang war trotz durchzogenem Wetter gross und die meisten Besucher zeigten sich beeindruckt von den ersichtlichen Unterschieden zwischen den Gewächshäusern. Zudem durfte Ende Juli eine Primarschulklasse aus Sisseln einen Tag an der Kantonsschule Wettingen verbringen, wo die 10-jährigen Schülerinnen und Schüler kleinere Experimente im Klimagarten durchführen konnten.

Wir danken Frau Dr. Juanita Schläpfer und dem Zürich-Basel Plant Science Center für die Initiative, die Gewächshäuser und die freundliche Unterstützung, der Gärtnerei des Klosters Wettingen für den Aufbau der Treibhäuser und tatkräftige und unkomplizierte Hilfe beim Betrieb, allen beteiligten Lehrpersonen und dem Laboranten der Kantonschule Wettingen für ihr Engagement, der Schulleitung der Kantonsschule Wettingen für finanzielle Unterstützung und allen Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz für Ihre Projekt- und Maturaarbeiten im Treibhaus.

Das Projekt wurde von den Lehrpersonen Thomas Werner, Sylvia Zehnder und Saskia Demir betreut.

 

 
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