Kanti-Talk mit Bernhard Müller

Der Schultag neigt sich dem Ende zu und die Cafeteria füllt sich mit interessierten Gästen, Lehrpersonen sowie Schüler*innen. Es ist 16.30 Uhr, der Geschichtslehrer Hansjörg Frank und ein ehemaliger KSWE-Schüler, der aktuelle Luftwaffenkommandant Bernhard Müller, stehen bereit zum Kanti-Talk. Mittlerweile hat sich der Saal gefüllt und das Gespräch beginnt. In einem ersten Teil weckt der Historiker Frank mit Stichworten wie Sonafe, Herbar, Musik oder Liebe Erinnerungen des ranghohen Gastes an die Seminarzeit. Mit dem Begriff Sonafe kann Müller nichts anfangen. Es stellt sich schnell heraus, dass seine Interessen damals der Jungwacht, dem Chorgesang und der frühen Ausbildung zum Piloten gegolten haben. In einer weiteren Erzählung können die Zuhörer*innen erfahren, dass man für das Herbar seinerzeit noch 100 Pflanzen bestimmen musste. Eine Information, welche insbesondere die Schüler*innen zu beeindrucken vermochte.

In einem zweiten Teil stellt der in Uniform auftretende Divisionär der Schweizer Armee die Funktionsweise der hiesigen Luftwaffe kurz vor und geht auf die durchaus kritischen Fragen der Anwesenden ein. Er stellt sich in seiner Position selbstverständlich auch der aktuellen Frage, weshalb die Schweizer Luftwaffe erneuert werden müsse. Das Gewährleisten des Auftrages zur Überwachung des Schweizer Luftraumes stehe hier im Vordergrund, so der Kommandant. Die amerikanische Armee hätte seit längerem den selbstauferlegten Anspruch, jeden Zielort auf dieser Welt innerhalb einer Stunde mit wirksamen Waffensystemen angreifen zu können. Die Russen, so der Luftwaffenkommandant, würden neuerdings auch wieder nach dieser Maxime streben, weshalb eine Erneuerung der Schweizer Luftwaffensysteme definitiv angezeigt sei. Ganz nach dem Motto: Bist du bis an die Zähne bewaffnet, wirst du vom Feind gemieden. Der hochdekorierte Militärvertreter zeigt in einem weiteren Votum die aktuelle Bedrohungslage der Schweiz auf, die sich nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Union und nach den Ereignissen rund um 9/11 einstellte. Eine Frage, die sich in diesem Kontext aufdrängt, jedoch nicht eingebracht wurde, ist: Weshalb bekämpft man Waffen mit noch mehr Waffen?

Ein sichtlich zufriedener Hansjörg Frank schliesst das Gespräch mit dankenden Worten und übergibt dem ehemaligen Schüler der KSWE feine Köstlichkeiten aus der Klostergärtnerei. Nach dem einstündigen Kanti-Talk stellt sich der Luftwaffenkommandant eine weitere Stunde den zahlreichen Fragen von interessierten Besucher*innen und kritischen Schüler*innen. Und nein, Müller ist nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Auto gekommen.

 
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